Seminar von Gerhard Wagner am 08.03.2015

Rückblick Seminar „Aggressionsverhalten“ oder „Gefährlich ist nicht böse“

 

Am vergangenen Sonntag fand das angekündigte Seminar im „Alten Restaurant“ beim Flughafen Hof-Plauen in Pirk statt.

 

Über 60 Teilnehmer trieb es aus ihren Bettchen. Schließlich war der Beginn schon um 09:30 Uhr.

Gerhard vertrat mit seiner Meinung ganz klar die Diskriminierung von so genannten Listenhunden.

Er führte als Beispiel das fortschrittliche Niedersachsen an.

Da gibt es keine Listenhunde sondern maximal auffällige Hunde, wie sie in allen Rassen vorkommen.

Es begann als Beispiel mit der Maskulinisierung einer Hündin beim Züchter und führte durch  die sozial sensible Phase hin bis zum Halter.

 

Beißhemmung angeboren? Nein!

Beispiele, wie die Beißhemmung gegenüber Menschen konditioniert wird, wurden aufgezeigt.

Keine Grauzone sondern klar und einfach.

 

Über die Notwendigkeit des Aggressionsverhaltens im Rahmen der Kommunikation Hund – Hund wurde hingewiesen.

Sie garantiert in hohem Maße die Eigenschaft und die Unversehrtheit des Anderen.

Vorausgesetzt eine gute Sozialisierung im innerartlichen Bereich.

 

Das Verhalten der Menschen bei einem Konflikt sprach er sehr deutlich an.

Die meisten Menschen verhalten sich total falsch und „heizen“ den Konflikt unbewusst an.

Gerade bei Spaziergängen und Zusammentreffen unangeleinter Fellgesichter (Beispiel gefällig, dann ruft Gerhard bitte an).

Statt den Konflikt mit Besonnenheit zu lösen oder zu minimieren wird er „aufgebaut“.

Die eigene Schreckhaftigkeit und Ängste übertragen sich und forcieren das Aggressionsverhalten, statt deeskalierend zu wirken.

Es gab Hilfen und Anleitungen wie man dies vermeidet und sich richtig verhält.

 

Sehr lebendig und mit vielen Gefühlen, wie mit den Fellgesichtern der Umgang gewählt werden soll, wurde beschrieben. Die „Alpha-Rolle“ sei meist nicht erforderlich, Ausnahmen aber bestätigen die Regel.

Vielmehr sei eine „Partnerschaft“ mit einem Wir-Gefühl erstrebenswert. Eine Beziehung voller gegenseitigem Respekt und Achtung sind das Maß der Dinge.

Ja, Respekt und Achtung im gesunden Miteinander erbringen unendliches Vertrauen und erweitern letztlich den Lebensfreiraum von Mensch und Hund.

Nur, dies wird nicht geschenkt sondern ist zu erarbeiten bzw. zu durchleben.

 

Die überaus lebendig vorgetragenen Inhalte schafften bei den Zuhörern hohe Emotionen und Feingefühle wurden plötzlich spürbar.

Die Filme passten schön zu dem Thema.

Es wurde auf elfjährige Erfahrungen mit wilden Hunden in und bei Antalya zurückgriffen.

 

Seine eigene Powerpoint Präsentation vervollständigte den Lehrstoff und die Inhalte, da waren sich alle sicher, es kam an!

 

Dann der praktische Teil:

Schließlich wollte man Teile des Erlernten „sehen“:

Die Welpen/Junghundegruppe zeigte hohe innerartliche Sozialisierung. Im Spiel zogen sie die Register für das spätere Erwachsenenleben. Die Reflexe dagegen zeigten ein Grad an Tollpatschigkeit auf.

Jetzt kam Frida, eine erwachsene und sehr stabile Hündin auf den Platz.

Und siehe da, das Spiel wurde ruhiger, die Welpen/Junghunde ruhiger und damit vorsichtiger.

Frida checkte die Situation um sich nach fünf Minuten dem Spiel hinzugeben.

Dabei aber „erzog“ sie die „jungen Rocker“.

Dies mit unglaublicher Zurückhaltung und absolut leise.

So sahen die Zweibeiner wie hoch sozial die Fellgesichter bei entsprechender Haltung und ständigen sozialen Kontakten sind.

 

Damit war das Seminar gegen 12:15 Uhr beendet.

 

Als nächster Höhepunkt folgt das Seminar „Jagdtrieb und dessen Abbau“ im April.